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Solare Energie statt Giftmüll   (von Herrn Arwed Milz)

 

 

 

Hochgiftiger Batteriemüll landet nach Gebrauch in Taschenlampen und Radio-Cassetten-recordern im Sand der Koris, oft nahe an den Brunnen der Nomaden.
Die Sonne bringt die Batteriechemie zum kochen und auslaufen, mit dem Sommerregen versickert das Gift ins Grundwasser. Das wiederholt sich im Air millionenfach. Das kontaminierte Grundwasser kommt über die Brunnen wieder zu Mensch und Tier.
 


Über ein Solarprojekt im Air sollen diese Monobatterien durch immer wieder solaraufladbare Mignonakkus ersetzt werden. Das ist billiger und verringert den Giftmüll.




Zwei Batterien oder solargeladene Mignonakkus braucht die Taschenlampe „Tigerhead“. Das alte Modell (rechts) mit Kohlefaser-Birnchen wird seit Mitte 2006 in Afrika von LED-Taschenlampen (links) verdrängt. Die alte Taschenlampe braucht 60 Monobatterien im Jahr, die neue LED-Lampe immer noch 14 bis 16. Die solare Alternative braucht bei beiden Lampen nur jeweils 2 Mignonakkus.
 

 

 



Die unterschiedlichen Größen von Monobatterien und Mignonakkus werden durch einfache Schaumstoff-Adapter ausgeglichen.

 

 

 

 

 

 



Amoumen A. Aghali aus Erough baut die ersten Adapter und setzt 6 solargeladene Mignonakkus, statt Monobatterien ein.

 

 

 

 

 


In fünf Orten des Airs (Erough, Iferouane, Tadek, Taghmert und Goffa) werden z. Zt. unterschiedliche Solarmodule und Mignonakkus auf ihre Afrikatauglichkeit getestet. In Erough beteiligen sich 30 Tuareg an den Tests. Amoumen setzt ein 12 V / 1,8 W Solarmodul ein, das über einen Batteriehalter 10 Mignonakkus auflädt.


Der Batteriehalter mit den 10 Mignonakkus kann auch als 12 Akku mit 2 A genutzt werden. Z.B. lassen sich mit entsprechenden Autocar-Adaptern Satellitentelefone und

Handys laden.
 

 

 

 


Wenn die Tests positiv verlaufen, soll diese solare Energiequelle verbreitet angewendet werden.
Drei Gründe sprechen dafür. Die Kosten solargeladener Akkus liegen im Laufe der Zeit unter den Kosten für den Nachkaufs von normalen Batterien. Die Verbraucher haben einen finanziellen Vorteil durch die solare Energieversorgung. Die Umwelt profitiert von solargeladenen Akkus erheblich, da der Giftmüll reduziert wird. Gleichzeitig lernen die Nomaden den Umgang mit Solartechnik und die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten kennen.


Vielleicht wird von diesen Schulkindern aus Erough einmal eins zur Fachkraft für Solartechnik ausgebildet, die die Solartechnik im Air wartet und verbreitet.
 

 

 

 

 


Das Projekt wird in Erough von Herrn Arwed Milz aus Hamburg mit Unterstützung des

Tuareg e.V. durchgeführt.