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Besuch der Schule in Erough 2007

 
 

von Frau Jutta Schäffler  (Kassenwartin des Vereins)

 

 

Auch auf meiner diesjährigen Reise nach Niger plante ich einen Besuch unserer Schule in Erough ein. Lange vor meiner Abreise überlegte ich, was ich den Kindern mitnehmen könnte. Sollte es etwas Praktisches sein wie Unterhöschen, Zahnbürsten o.ä.? Natürlich werden diese Dinge benötigt, aber ich entschloss mich dann dazu, Malsachen (Aquarellmalstifte, Farbstifte, Pinsel etc.) mitzunehmen, denn ich erinnerte mich an die hübschen Zeichnungen der Kinder im vergangenen Jahr.

 

Und warum nicht auch einmal etwas Süßes, etwas zum Schlecken mitnehmen? Gedacht, getan. Mit all den Sachen entstand immerhin ein Gewicht von ca. 8 kg. Und das bei der Airline, mit der ich nach Agadez fliegen wollte und die nur

15 kg Gepäck überhaupt zuließ! Beim Einchecken in Paris erklärte ich, dass sich in diesem bestimmten Gepäckstück Schulsachen für eine Nomadenschule in Niger befänden. Und ich hatte Glück und wurde freundlich durchgewinkt. Das wäre teuer geworden bei 10,-€ pro kg Übergewicht.


Mucksmäuschenstill saßen die Kinder an ihren Bänken als ich all die Sachen auspackte und ihnen zeigte. Auf Vorschlag des Lehrers Aghali Attefock verteilten wir gleich die Süßigkeiten, die die Kinder ehrfürchtig mit beiden Händen in Empfang nahmen und vorsichtig auf den Tisch legten, um die Schätze erst einmal zu betrachten. Ich war ganz gerührt.
 

 

 

 


Die Schule umfasst inzwischen 32 Kinder und es herrscht eine ziemliche Enge in dem kleinen Schulraum, der hübsch mit Zeichnungen, Landkarten und Bildern ausgeschmückt ist. Aghali unterrichtet in 3 Schichten. Und ich erinnerte mich, dass meine Großmutter in eine Dorfschule gegangen ist und dort in dieser Art unterrichtet worden ist. Sie schrieb mit 87 Jahren noch fehlerfreie Briefe.   Zum Abschluss sangen mir die Kinder ein Lied.


 

Anschließend besichtigten wir den Schulgarten, der von einem Gärtner betreut wird. Leider kann nur ein Teil der vorhandenen Fläche genutzt werden, da die solarbetriebene Pumpe nicht ausreicht, alles zu bewässern.

Eine Freundin von mir hatte mir 50,-€ mitgegeben. Ich sollte dafür etwas für die Schule kaufen. Aber was kann man im Niger für die Schule kaufen? Mehr Gepäck, wie oben beschrieben, konnte ich nicht mitnehmen. Irgendwann kam mir die erlösende Idee, das Geld für die Anschaffung von Ziegen als Milch- und Fleischlieferanten herzugeben. Aghali schrieb mir, dass er inzwischen drei Ziegen angeschafft hat.

Den Abend verbrachte ich im Kreise von Aghali's Familie - er hat zwei kleine Töchter - und noch anderen Familienangehörigen, wobei mir der Verwandtschaftsgrad nicht ersichtlich war, aber ich habe das Gefühl, alle sind dort irgendwie miteinander verwandt oder verschwägert.

So wunderbar es ist, dass die Nomaden inzwischen Vertrauen gefasst haben und ihre Kinder in die Schule schicken, so groß ist natürlich nun die finanzielle Herausforderung für den Verein. Ich möchte daher in diesem Zusammenhang um Spenden bitten. Sie werden dringend benötigt, denn mit den Mitgliedsbeiträgen allein ist der Erhalt der Schule nicht möglich.