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Brief von Agali Attefock 2009

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Schule Erough - nördliches Airgebirge   2003/2004

 

Überblick                                        Schulfeier                                    Gartenarbeit

Schulküche                                     Schlafhaus der Mädchen

 

An der 1998 gegründeten, zwar staatlich anerkannten, aber von der  Regierung des Niger finanziell nicht unterstützten Schule wird seit ihrem Bestehen Nomadenkindern Unterricht erteilt. Hier lernen sie u. a. die Amtssprache Französisch in Wort und Schrift, eine unabdingbare Voraussetzung für ihre weitere Zukunft. Die Schülerzahlen schwanken  von Jahr zu Jahr. Im Schuljahr 2003/04  wurden zwei Klassen mit zusammen 21 Schülern, darunter 7 Mädchen unterrichtet. Von der Abschlussklasse mit 11 Schülern bestanden nach 6-jähriger Pflichtschulzeit sieben die Abschlussprüfung so gut, dass sie jetzt die Sekundarschule in Arlit besuchen dürfen. Das eröffnet ihnen sogar die Möglichkeit  eines späteren Studiums. Der Lehrer Arali Attefock, der seit Beginn an der Schule tätig ist, leistet also hervorragende Arbeit. Neben der Finanzierung des 2002 fertiggestellten, neuen Schulgebäudes und des Schlafhauses für die Mädchen bezahlt unser Verein die Gehälter für Lehrer und Koch, auch einen großen Teil der Essensrationen. Wiederholt lieferten wir auch Schulmaterial.

 

Da wegen der durch die Heuschrecken verursachten Schäden viele Nomaden im letzten Herbst die Gegend verlassen mussten, gab es mit Beginn des Schuljahres 2004/05 keine Neuanmeldungen. Somit besuchten im vergangenen Schuljahr nur 9 Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren die Schule, davon 5 Mädchen. Fast alle dieser Kinder leben in Erough, da die Eltern dort Oasengärten bewirtschaften. Es ist aber zu hoffen, dass im neuen Schuljahr die Schülerzahl wieder zunimmt, wenn die derzeitige Notsituation  gemildert ist. Das wird aber maßgeblich von Dauer  und Ergiebigkeit der kommenden Regenzeit im August/September abhängen. Inzwischen leben in "unserem" Gebiet des Teilstammes der Kel Tedele IV ca. 14000 Menschen mit geschätzten 3000 schulpflichtigen Kindern. Neben Erough gibt es"noch zwei weitere Schulen, an denen ca. 100 Kinder unterrichtet werden.

 

Nach einigen Rückschlägen wird seit Ende letzten Jahres auch der 4 ha große Schulgarten ausgebaut. Ein solider Zaun ist errichtet, eine funktionierende Wasserversorgung installiert, so dass das ursprüngliche Ziel einer finanziellen Autarkie der Schule näher gerückt ist. Die Erträge des Schulgartens könnten nämlich nicht nur eine weitgehende Selbstversorgung ermöglichen, sondern sogar Überschüsse erzeugen, aus deren Gewinn die Gehälter zu erwirtschaften wären. Das Problem der Vermarktung in Arlit ist durch unser Logistik-Projekt gelöst, weil dadurch erst die entsprechende Transport-Kapazität zur Verfügung steht. Somit ist abzusehen, dass sich unser Verein aus diesem Projekt in absehbarer Zeit zurückziehen kann, was dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ entspricht.