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An der 1998 gegründeten, zwar
staatlich anerkannten, aber von der Regierung des Niger finanziell nicht
unterstützten Schule wird seit ihrem Bestehen Nomadenkindern Unterricht
erteilt. Hier lernen sie u. a. die Amtssprache Französisch in Wort und Schrift,
eine unabdingbare Voraussetzung für ihre weitere Zukunft. Die Schülerzahlen
schwanken von Jahr zu Jahr. Im Schuljahr 2003/04 wurden zwei Klassen mit
zusammen 21 Schülern, darunter 7 Mädchen unterrichtet. Von der Abschlussklasse
mit 11 Schülern bestanden nach 6-jähriger Pflichtschulzeit sieben die
Abschlussprüfung so gut, dass sie jetzt die Sekundarschule in Arlit besuchen
dürfen. Das eröffnet ihnen sogar die Möglichkeit eines späteren Studiums. Der
Lehrer Arali Attefock, der seit Beginn an der Schule tätig ist, leistet also
hervorragende Arbeit. Neben der Finanzierung des 2002 fertiggestellten, neuen
Schulgebäudes und des Schlafhauses für die Mädchen bezahlt unser Verein die
Gehälter für Lehrer und Koch, auch einen großen Teil der Essensrationen.
Wiederholt lieferten wir auch Schulmaterial.
Da wegen der durch die
Heuschrecken verursachten Schäden viele Nomaden im letzten Herbst die Gegend
verlassen mussten, gab es mit Beginn des Schuljahres 2004/05 keine
Neuanmeldungen. Somit besuchten im vergangenen Schuljahr nur 9 Kinder im Alter
von 7 bis 9 Jahren die Schule, davon 5 Mädchen. Fast alle dieser Kinder leben in
Erough, da die Eltern dort Oasengärten bewirtschaften. Es ist aber zu hoffen,
dass im neuen Schuljahr die Schülerzahl wieder zunimmt, wenn die derzeitige
Notsituation gemildert ist. Das wird aber maßgeblich von Dauer und
Ergiebigkeit der kommenden Regenzeit im August/September abhängen. Inzwischen
leben in "unserem" Gebiet des Teilstammes der Kel Tedele IV ca. 14000 Menschen
mit geschätzten 3000 schulpflichtigen Kindern. Neben Erough gibt es"noch zwei
weitere Schulen, an denen ca. 100 Kinder unterrichtet werden.
Nach einigen Rückschlägen wird seit Ende letzten
Jahres auch der 4 ha große Schulgarten ausgebaut. Ein solider Zaun ist
errichtet, eine funktionierende Wasserversorgung installiert, so dass das
ursprüngliche Ziel einer finanziellen Autarkie der Schule näher gerückt ist. Die
Erträge des Schulgartens könnten nämlich nicht nur eine weitgehende
Selbstversorgung ermöglichen, sondern sogar Überschüsse erzeugen, aus deren
Gewinn die Gehälter zu erwirtschaften wären. Das Problem der Vermarktung in
Arlit ist durch unser Logistik-Projekt gelöst, weil dadurch erst die
entsprechende Transport-Kapazität zur Verfügung steht. Somit ist abzusehen, dass
sich unser Verein aus diesem Projekt in absehbarer Zeit zurückziehen kann, was
dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ entspricht.
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