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Projekt - Schule in Erough 2001

 

      Unterstützung einer Schule für Nomadenkinder im Air Gebirge.  

 

Im Niger besteht offiziell eine allgemeine Schulpflicht, jedoch fehlen in den Tuareg-Gebieten Grundschulen. Mit staatlicher Abhilfe ist nicht zu rechnen. Den Kindern der Nomaden ist es fast unmöglich, die Grundschulen in den weit entfernten Städten zu besuchen, zumal diese über keine Internate verfügen. Die Nomaden müssen in dieser kargen Landschaft mit ihren Tierherden immer wieder durch wechselnde Weidegebiete ziehen. Deshalb sind in diesen Gebieten Grundschulen mit Internatsanschluss sehr sinnvoll. Und viele Tuareg haben erkannt, dass die Schulbildung für ihre Kinder in deren weiterem Leben eine wichtige Rolle spielen wird.

 

Seit Oktober 2001 unterstützen wir die Grundschule von Erough (Ecole Primaire d'Eroug) im nördlichen Air - Gebirge im Niger.

 

Hier sehen Sie einige Bilder:

 

        

 

neues Schulgebäude                            Landschaft um Erough

 

          

 

Trocknung der Lehmziegel                    Schulklasse

 

Die Schule wurde auf Privatinitiative des Tuareg Mohamed Aoutchiki Kriska im Jahr 1998 mit finanzieller Unterstützung von Schweizer Privatleuten eröffnet. Sie erfährt keinerlei Unterstützung vom Staat. Inzwischen wurde jedoch die Anerkennung der Schule durch den Staat erreicht und die Schülerinnen und Schüler erhalten nach 6-jähriger Schulzeit einen staatlich anerkannten Primarschul-Abschluss. Dieser ist u.a. die Voraussetzung für den Besuch einer weiterführenden Schule. Derzeit werden 21 Schüler (davon 13 Mädchen) in 2 Klassenräumen zweisprachig, in der Amtssprache Französisch und in Tamaschek / Tifinagh (Sprache / Schrift der Tuareg) unterrichtet.

 

Um nachfolgenden schulpflichtig gewordenen Kindern ebenfalls den Schulbesuch zu ermöglichen, hat Tuareg e.V. im Jahr 2001 auf dem weitflächigen Gelände ein neues Schulgebäude mit 3 Klassenräumen finanziert, das Mitte 2002 fertig gestellt wurde. Die Schülerzahlen schwanken, da einige Nomaden ihre Kinder immer wieder abmelden, wenn sie mit ihren Herden weiterziehen oder wenn die Kinder als Helfer in den Gartenbauoasen oder als Viehhirten gebraucht werden.

 

Der überwiegende Teil der Schüler/innen lebt auf dem Schulgelände. Für die Mädchen wurde bereits ein Schlafgebäude aus Lehmziegeln errichtet. Die Jungen übernachten bisher noch in traditionellen Strohhütten der Tuareg, für sie soll ebenfalls ein festes Gebäude errichtet werden.

Betreut werden die Kinder von ihrem, auf dem Gelände lebenden, Lehrer und seiner Ehefrau. Der ebenfalls dort mit seiner Familie lebende Koch bereitet täglich die Mahlzeiten für die Kinder.

 

Die Schule versorgt sich zum Teil mit Nahrungsmitteln aus einem eigens angelegten Garten. Dieser wird von einem Gärtner unter Mithilfe der Schüler/innen bewirtschaftet. Aus dem schuleigenen Brunnen wird der Garten ganzjährig bewässert, so dass die Versorgung mit frischen Lebensmitteln über das ganze Jahr hinweg gewährleistet ist. Sie reicht aber derzeit nicht aus !

 

Wir wollen die Schule auch weiterhin unterstützen. Dazu gehören die Finanzierung von Schul- und Wohngebäuden für die Schulkinder, Finanzierung von Materialien für den Unterricht, Ausstattung der Kinder mit dem Lebensnotwendigen, wie Decken und Schlafmatten, feste Umzäunung des Schulgartens.